U4-Haltestellen Horner Geest, Hamburg

  • aufgabe:
  • Raumbildender Ausbau der U4-Haltestellen Horner Geest in Hamburg-Mitte
  • auftraggeber:
  • Hamburger Hochbahn AG
  • verfahrensart:
  • nicht offener, hochbaulicher Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren 2018, 1. Preis
  • größe:
  • 6.000 qm
  • fachplaner:
  • envue homburg licht (Lichtberatung) | Dr. Kreutz und Partner (Tragwerk) |
  • mitarbeit:
  • Florian Klüter, Jan-Philipp Glock, Gerardina Cestara
  • visualisierungen:
  • luxfeld, Darmstadt
  • Charakteristische Lichtlinien prägen die Identität der drei neuen Haltestellen „Horner Rennbahn“, „Stoltenstrasse“ und „Dannerallee“ und markieren eindeutig den jeweiligen Bahnsteigraum. Das grafische Linienmotiv bildet einen gleichmäßigen, den Raum gliedernden und strukturierenden Rhythmus und schafft Orientierung.
    Durch diese Maßnahme werden die unterschiedlichen Geometrien der drei Stationsräume, eingleisige Haltestelle mit Seitenbahnsteig (Horner Rennbahn 1), zweigleisige Haltestelle mit Seitenbahnsteig (Stoltenstrasse) und gekrümmter Mittelbahnsteig (Dannerallee) akzentuiert und es entstehen Bahnhöfe mit einem hohen Wiedererkennungswert.
    Im architektonischen Kontrast zum hochwertig ausgebauten Bahnsteigbereich werden Wand und Decke der Gleisräume weitgehend roh und unbehandelt belassen. Durch eine homogene dezente monochromatische Gleisraumbeleuchtung wird der Rohbeton veredelt und individualisiert. Die Farbigkeit dieses Lichtes ist an den jeweiligen Stationen aus den quartiersprägenden Eigenschaften des Stadtraums abgeleitet und bildet den Fond für stationsspezifische Projektionen.
    Der Horner Rennbahn ist die Lichtfarbe sonnengelb (Pferderennen), der Stoltenstrasse bezugnehmend auf die einprägsame Baumallee im Strassenraum die Lichtfarbe grün (Bäume) und der Dannerallee durch Ihrer Nähe zum Schiffbeker Moor die Lichtfarbe blau (Unterwasserwelt) zugeordnet.
    Mit Bezug zur stadträumlichen Lokalisierung der Haltestelle werden ausgewählte Motive mittels Weißlicht auf die Gleisraumwände projiziert und schaffen eine weitere Differenzierung und einprägsame Lichtmomente für die Fahrgäste. Dabei sind statische, bewegte und auch interaktive Projektionen denkbar bei der die Anzahl, Position und Bewegung der Fahrgäste aufgezeichnet werden und eine spielerische dynamische Interaktion der Fahrgäste mit der virtuellen Umgebung entsteht.
    Ergänzend können Informationen zu lokalen oder Hamburg-spezifischen Veranstaltungen oder beispielsweise zum Wetter eingeblendet werden.
    Die Wartezeit wird zum gemeinsamen Erlebnis und zur temporären Smartphone Pause.
    Mit dem Einfahren eines Zuges Verschwinden die Bilder und Informationen und gewährleisten ein ablenkungsfreies Ein- und Aussteigen.
    In den Verteilerebenen und Zugangsräumen begleitet den Fahrgast eine subtil indirekt beleuchtete Lichtfuge mit dem gleichen Farblichteindruck des Gleisraums der dazugehörigen Bahnsteigebene. Diese erleichtert die Orientierung, beschleunigt die Fahrgastströme und bildet die gestalterische Verbindung zum Stadtraum.