regiomove, Karlsruhe

  • aufgabe:
  • Gestaltung modularer Ausstattungselemente von Mobilitätsstationen in der Region Mittlerer Oberrhein
  • auftraggeber:
  • Stadt Karlsruhe
  • verfahrensart:
  • eingeladener Wettbewerb 2019, 1. Preis
  • planungsteam:
  • netzwerkarchitekten mit unit-design
  • größe:
  • 3,24 qm - ∞
  • fachplaner:
  • Dr. Kreutz und Partner (Tragwerk) |
  • mitarbeit:
  • Moritz Kleinhenz
  • visualisierungen:
  • netzwerkarchitekten, Darmstadt | unit-design, Frankfurt |
  • Der Entwurf „line“ bezieht sich unmittelbar auf die formulierte Zielsetzung von „regiomove“. Der Gedanke eines für alle nutzbaren Systems von vernetzten multimodalen Mobilitätsangeboten werden mit einem markanten und eigenständigen Entwurf für die Nutzenden deutlich sichtbar. Der Begriff der Linie mit aneinandergereihten unterschiedlichen farbigen Elementen, die auf einem Kubus basierend, die linearen Dachelemente bilden, vermittelt sich die Vernetzung aller Mobilitätsangebote im räumlichen Kontext. Aus dem Entwurf könnten sich idealerweise die Begriffe „regio_line“ oder „regio_port“ entwickeln. Die Vernetzung des gesamten regionalen Mobilitätssystem wird als Landmark an jedem Verknüpfungsort wiedererkennbar und für die Nutzenden im Regionalraum zusammenhängend erlebbar. Das einzelne Element steht für das Ganze!

    Durch das, für dieses Projekt spezifisch entwickelte, Farb- und Piktogrammsystem, welches das Logo von regiomove zitiert, wird der formulierte Leitgedanke idealerweise unterstützt. Das Bild der dreidimensional erlebbaren Linie kann auf Übersichten, Karten, digitale und analoge Informations- sowie Orientierungssysteme grafisch übertragen werden.

    Das Gestaltungs- und Konstruktionsprinzip von „line“ wurde mit dem Gedanken von hoher Flexibiliät und Funktionalität entwickelt. Mit einer einfachen Bauweise können kleine bis zu umfangreichen Konstellationen erzeugt und an unterschiedliche räumliche Situationen angepasst werden. Gleichzeitig bildet das Modulsystem die Möglichkeit eigene räumliche Konstellationen in einer Art Platzbildung mit Ein- und Ausgängen zu erzeugen. Die notwendigen Funktionen für Fahrräder, Leihfahrräder und weitere Sharingangebote werden integriert. Für die Funktionen der Packstation oder Information- und Werbedisplays wurde ein zentrales Element entwickelt, das statische Funktionen hat und je nach Anforderung in die unterschiedlichen Modulkonstellationen integriert werden kann.

    Das Modulsystems basiert auf einer Grundstruktur aus Vierkantstahlrohren mit wenigen Einzellängen, die anthrazitfarben pulverbeschichtet werden. Die Konstruktion sieht vorgefertigte Grundelemente vor, die verschweißt und dann als Gesamtgebilde verschraubt werden können. Die Aussteifung erfolgt über Diagonalen. Falls notwendig können mit der gewählten Konstruktion auch größere Spannweiten überbrückt werden.
    Die Dachelemente bestehen aus Verbundglas mit farbigen transluzenten Folien. Die Glasbefestigung erfolgt über Hinterschnittanker. Für spezifische Anforderungen wie freistehende Sitzbänke, Fahrradabstellanlagen, Fahrradboxen usw. werden auf dem Markt befindliche Elemente direkt verwendet oder entsprechend angepasst.
    Das Farbsystem der Dachelemente wurde auf Tag- und Nachtsituation, Durchscheinen sowie Selbstleuchten abgestimmt. Die einzelnen Farben repräsentieren das jeweils zu findende Mobilitätsangebot und in ihrer unterschiedlichen Konstellation das gesamte System. Die Bedruckung von Piktogrammen, Logo usw. sollten möglichst in weiß erfolgen.
    Um die Orientierung und die Verbindung der teilweise voneinander entfernt liegenden oder nicht sichtbaren Modulelementen für den Nutzenden zu verstärken, sollte neben wegweisenden Elementen die Gestaltung des Bodens in den Entwurf einbezogen werden. Linienartige Strukturen durch Belagwechsel oder fliessende Formen verbinden die Mobilitätsstationen untereinander.

    In die oberen Träger werden unsichtbar LED Streifen integriert, die die Körper der Dachelemente in Kombination mit den lichtsammelnden transluzenten Folien schon in der Dämmerung zum Leuchten bringen. Gegebenenfalls kann eine lichtempfindliche Steuerung eingebracht werden. Zusätzlich werden dezente Lichtelemente verwendet, die den Raum unterhalb der Dachelemente zusätzlich zu den umgebenen allgemeinen Verkehrsraumleuchten beleuchten.