S-Bahnstation Taunusanlage, Frankfurt am Main

  • aufgabe:
  • Städtebauliche Modernisierung und Aufwertung der U-Bahnstation Taunusanlage
  • auftraggeber:
  • Deutsche Bahn AG
  • verfahrensart:
  • eingeladenes Wettbewerbsverfahren, 2007
  • fachplaner:
  • Platzer-Ingenieure (TGA) | Dr. Kreutz und Partner (Tragwerk) |
  • mitarbeit:
  • Andrea Weber
  • visualisierungen:
  • netzwerkarchitekten
  • Integration in die städtebauliche Situation – Konzeptidee

    Um die Möglichkeit einer Orientierung zu schaffen, werden durch das gesamte Verkehrsbauwerk die beiden stadträumlich unterschiedlichen Seiten, Park und Bebauung, thematisiert und mit Hilfe eines Beleuchtungskonzeptes farblich akzentuiert: Zur Parkseite wird mit der Farbe Grün geleitet während der Weg zur Bebauungsseite Blau illuminiert wird. Da der Bahnsteig und auch die darüber liegenden B2-Ebenen genau in der Trennungsachse zwischen Park und Bebauung liegen, ist hier eine eindeutige Zuordnung für den Fahrgast „fühlbar“. In den B2-Ebenen wird diese Farbzuweisung beibehalten und bis in die Ausgänge zur Oberfläche gezogen. Es wird somit nachvollziehbar ob ein Ausgang in die Parkseite mündet oder zur Bebauungsseite führt. Auch dem von der Oberfläche eintauchenden Fahrgast wird somit seine Orientierung bis zum Bahnsteig erleichtert.

    Dynamische Lichtspuren

    Zusätzliche zur farblichen Akzentuierung wird eine Dynamisierung des Raumes angestrebt, die gleichsam die vorhandenen Verkehrsströme thematisiert und den Fluss in der Verkehrsstation bis hinunter auf die Bahnsteigebene darstellt. An diesen Lichtlinien in der Deckenstruktur entlang werden die Fahrgäste durch die einzelnen Raumbereiche geführt. Integrativer Bestandteil dieser Lichtspuren ist die Funktionalbeleuchtung der Verkehrsstation. Hier können darüber hinaus alle weiteren notwendigen Medien untergebracht werden.

    Entwicklung und Neuordnung der Vermarktungsflächen

    Durch die in den Bereichen der Verteilebenen neue Ausbaugeometrie mit weichen, fließenden Raumzuschnitten werden uneinsehbare Raumecken vermieden. Gleichzeitig entstehen hier neue Raumpotenziale für die Neupositionierung der Vermarktungsflächen, sowie für die Integration von Fahrgastinformationen und Fahrkartenautomaten. In den verbleibenden, großflächigen Raumbereichen können in selbstverständlicher Art die Vermarktungsflächen integriert werden. Der raumbildende Ausbau kann hier z.B. durch Einbau von öffenbaren Glaselementen ausgewechselt werden. Dadurch lassen sich sowohl betretbare Vermarktungsflächen (z.B. Läden mit Selbstbedienung) als auch Verkauf über Tresenorganisation einrichten.

    Bauliche Umsetzung

    Das Gestaltungskonzept sieht eine Aufwertung der öffentlich zugänglichen Bereiche vor. Hier werden Wand-, Boden- und Deckenflächen neugestaltet. Insgesamt entsteht eine präzise, helle und elegante Grundstimmung, die durch das Beleuchtungskonzept farblich ästhetisiert wird und den Charakter eines künstlerisch behandelten Raumes unterstreicht.

    Wandflächen

    Die neuen vertikalen Ausbauoberflächen stellen sich als weißliche Glasmosaikflächen dar, die durch das Beleuchtungskonzept eine Farbakzentuierung tragen (Farbverlauf von farbigem Licht auf weißlich auslaufend).

    Deckenflächen

    Die vorhandenen abgehängten Decken werden entfernt. Die neue Deckenstruktur ist aus zwei Elementen aufgebaut. Die Lichtspuren sind als U-förmige Metallkonstruktionen aufgebaut und von der Rohbetondecke abgehängt. Zwischen diesen Lichtspuren erzeugt ein abgehängtes Raster aus weißbeschichteten Streckmetallelementen ein flächiges Bild. Eventuell vorhandene Installationsführungen in den bereits abgehängten Deckenbereichen bleiben somit weiterhin nahezu unsichtbar.

    Bodenflächen

    Die vorhandenen Bodenbeläge werden, soweit im Budget enthalten, entfernt und durch neue hellgraue Betonwerksteine ersetzt. Ebenso die Beläge der festen Treppen. Die vorhandenen Handläufe können soweit möglich Wiederverwendung finden.