Unterführung Marchivum, Mannheim

  • aufgabe:
  • Wegeführung und Gestaltung der Unterführung am MARCHIVUM in Mannheim
  • auslober:
  • Stadt Mannheim
  • verfahrensart:
  • Wettbewerb 2016, geladen, 1. Preis
  • größe:
  • 350 qm hinterleuchtetes Wandbild
  • status:
  • in planung
  • fachplaner:
  • Envue Homburg Licht (Lichtplanung)
  • mitarbeit:
  • Anna Sieveking
  • visualisierungen:
  • netzwerkarchitekten
  • Der konzeptionelle Ansatz ist, die bestehende Situation vor Ort als gewachsene Identität zu begreifen und eine spürbare Überlagerung mit der neuen Identität als Zentrum der Mannheimer Stadtgeschichte zu erzeugen. Es soll ein lebendiger Ort entstehen, der eine Identifikation der heutigen Nutzer ermöglicht und die aktuelle Situation aufgreift und nicht negiert.

    Die Wand auf Bunkerseite wird großflächig mit einem rund 90m langen Band aus vorgehängten Aluminiumplatten verblendet. Vor Ort vorgefundene Graffitis werden aufgegriffen und künstlerisch überarbeitet. Einige Werke werden in Punktraster aufgelöst, andere in Linienzeichnungen übersetzt. Zusätzlich werden neugierig machende Stichworte und Zahlen aus der Mannheimer Stadtgeschichte platziert. Dies weist direkt auf die neue Funktion des Ochsenpferchbunkers hin: Die alte und die neue Identität des Ortes werden überlagert. Das Bilderband ist vom Parkplatz aus bereits sichtbar, begleitet den Besucher durch die Unterführung und „illustriert“ den Vorplatz des neuen Stadtarchivs.

    Die Aluminiumplatten werden mit den Bildmotiven perforiert. Tags und einzelne Motive werden frontal mit einer galerieähnlichen Beleuchtung akzentuiert. Nachts kommt die farbige LED-Hinterleuchtung zum Einsatz – so entsteht ein fast umgekehrter Eindruck: Jetzt leuchten die Motive von innen heraus und es kommt neben den Formen auch die typische Farbigkeit von Graffitis zum Ausdruck.

    Bei Tag akzentuieren an der Unterführungsdecke positionierte LED-Strahler ausgewählte Graffitis entlang der bunkerseitigen neuen Wandinstallation der Unterführung – der „Galerie“. Weich abstrahlende zylindrische LED-Deckenanbauleuchten, generieren eine sanfte Grundbeleuchtung. Diese ist zugleich „Arbeitslicht“ für das entlang der wasserseitigen Unterführungswand befindliche „Atelier“.

    In den Abend- und Nachtstunden kommen – der konzeptionellen Grundidee des Überlagerns mehrerer alter und neuer Schichten folgend – noch zwei weitere Ebenen, erzeugt mit Licht, hinzu: Ein farbiger Lichtverlauf (dynamisch programmiert)zwischen bunkerseitiger Unterführungswand und dem Metallband mit seinen eingearbeiteten Graffiti-Motiven ist Teil der Installation. Das ungewöhnliche Lichterlebnis inszeniert und stärkt die Motivabfolge und festigt die neue Identität des urbanen Raumes der Unterführung zum MARCHIVUM Mannheim!

    An der gegenüberliegenden „Atelierwand“ zeichnet das Licht exakt die Konturen einiger Graffiti-Arbeiten mit Hilfe von randscharfen GOBO-Projektionen nach und „archiviert“ so in Teilbereichen den Status Quo. Nach weiteren hinzukommenden Arbeiten und eventuellen Übermalungen werden so in der Nacht alte Arbeitsstände wieder sichtbar, welche tagsüber wieder verschwinden und so anregen Neues erschaffen.