Wilhelminenquartier, Darmstadt

  • aufgabe:
  • Neugestaltung der Fassade des Wilhelminenquartiers in der Darmstädter Innenstadt
  • auftraggeber:
  • Gülsen-Gruppe
  • verfahrensart:
  • Gutachterverfahren 2015, 1. Preis
  • größe:
  • 1.600 qm
  • mitarbeit:
  • Hannes Beck
  • visualisierungen:
  • netzwerkarchitekten
  • Das Wilhelminenquartier liegt am Übergang der großen Freifläche des Wilhelminenplatz zur stark frequentierten Fußgängerzone der Wilhelminenstraße. Der obere Bereich der Wilhelminenstraße ist durch einen weitestgehend homogenen Abschnitt Darmstädter Nachkriegsarchitektur in geschlossener Bauweise charakterisiert. Die gegenüberliegenden und angrenzenden kleinteilige Bebauungsstrukturen sind 4-geschossig, besitzen einheitlich Satteldächer und folgen innerhalb der kurzen Gebäudeabschnitte dem steilen Anstieg der Wilhelminenstraße an dieser Stelle. Prägend für diesen Straßenabschnitt sind knapp bemessene Vordächer der Erdgeschosse mit Ladennutzungen die sich von den Lochfassaden der oberen Geschosse absetzen. Das große Gebäudevolumen des Wilhelminenquartieres ist durch Höhenstaffelungen und eine Addition von Gebäudekuben gegliedert und versucht hierdurch sich der Maßstäblichkeit der umgebenden Bebauung anzunähern. Eine zufällig erscheinende Anordnung von Band- und Lochfassaden und weitere applikative Elemente konterkarieren diesen Versuch und erzeugen ein zufällig wirkendes Erscheinungsbild.
    Der Baukörper soll ruhiger und homogener werden und sich hierdurch unaufdringlich in den Kontext der umgebenden Bebauung einordnen. Er erhält eine ablesbare durchgehend gestaltete Erdgeschosszone die in Anlehnung zur umgebenden Bebauung ein durchgehendes Vordach erhält.
    Die Fassade der Wohn –und Büronutzungen der oberen Geschosse werden als Lochfassade mit großen Öffnungen interpretiert, wobei die ursprünglichen Loggien zugunsten eines großzügigeren Wohnraumes entfallen. Das Vordach mäandriert und formuliert prägnant den Eingang zur Passage und zur Ecke Wilhelminenplatz. Das bandartige Vordach integriert die Beleuchtung der Erdgeschossfassaden. Gleichzeitig sind in das Vordach großzügige Gelenkarmmarkisen integriert, die hier zusätzlichen Sonnen- und Witterungsschutz bieten. Im Bereich der Passage werden die vertikalen Flächen zu einem wandelbaren Lichtobjekt, das über eine LED Matrix abstrakt Informationen vermittelt oder unterschiedliche Lichtstimmungen transportieren kann. Das Band gliedert den Baukörper, staffelt sich entsprechend dem Höhenverlauf der Wilhelminen- und Hügelstraße und erzeugt Kontinuität zur angrenzenden Bebauung. Jede Wohneinheit und jeder Büroraum erhält in den Obergeschossen eine eigene Öffnung. Diese werden durch einen präzisen Aluminiumrahmen akzentuiert und erscheinen dadurch als einzelne voneinander abgesetzte Öffnungen.

    Inhalt einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahre 2016 ist die Planung für eine Rooftop-Bar, die sich, auf der südlichen Dachfläche installiert, zum Theatervorplatz und der Kuppelkirche orientieren soll.