Das Projekt Wehrhahnlinie, Düsseldorf

  • aufgabe:
  • Neubau von 6 U-Bahn Station und zwei Rampenbauwerken in Düsseldorf
  • bauherr:
  • Landeshauptstadt Düsseldorf
  • verfahrensart:
  • Wettbewerb 2001, geladen, 1. Preis
  • fertigstellung:
  • 2016
  • projektmanagement künstlerische Gestaltung:
  • Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf
  • betreiber:
  • Rheinbahn AG Landeshauptstadt Düsseldorf
  • ingenieurbauwerk:
  • IGW - Ingenieurgemeinschaft Wehrhahn-Linie
  • fachplaner:
  • HOCHTIEF (Projektsteuerung) | STUVAtec GmbH (Brandschutz) | Dr. Heins (Sachverständiger Brandschutz) | Emch+Berger (TGA) | ISRW GmbH, Düsseldorf (Akustik, Bauphysik) | Dr. Kreutz + Partner (Statik für Ausbaugewerke) | bt-plan Ingenieurgesellschaft für Betriebstechnik (Elektro) | Büro Franck Visuelle Kommunikation (Leitsysteme) | DEGAS-ATD (Sigeko) |
  • projektarchitekten:
  • Uta Varrentrapp, Andrea Weber
  • team:
  • Alexander Heinelt, Anne Raupach, Arno Rothacker, Astrid Beetz, Benedikt Siebert, Benjamin Jaeger, Björn Asmussen, Christian Bregulla, Dunja Naumann, Edda Gaudier, Eva Sarnowski, Fabian Schlitt, Felix Sommerlad, Filiz Ucar, Florian Klüter, Frauke Wassum, Hanna Basten, Hannes Beck, Huseyin Esit, Irena Penic, Irina Hoff, Isabel Muschket, Janneke Vock, Jannes Wilhelm, Jeremias Lorch, Julia Kremling, Julian Wolf, Kim Lingnau, Marvin King, Michael Korb, Michael Reiss, Nico Alexopoulos, Nina Hartmann, Nour Aldebssi, Olga Zergibel, Petra Lenschow, Sebastian Meuschke, Sebastian Schubert, Simone Daub, Sophie Malkmus, Tanja Akkermann, Till Oel, Tim Sperling, Tomek Buchalik, Uwe Neumeyer
  • kunst realisierung:
  • Enne Haehnle (ausführende Firma: Kunstschmiede Althammer, Leipzig) | Heike Klussmann (Mitarbeit: Roman Polster, Daniela Ottmann) | Manuel Franke (Ausführung: Manuel Franke, Leni Hoffmann ) | Ralf Brög (Soundkünstler: Stefan Schneider, Düsseldorf (Labor)
    Kevin Rittberger, Berlin (Theater) Kurt Dahlke/Jörn Stoya, Ber-lin/Düsseldorf (Auditorium)) | Thomas Stricker (Medienproduktion: 235 Media, Köln) | Ursula Damm (Programmierung: Felix Bonowski, Berlin, Sound: Yunchul Kim, Seoul, Korea) |
  • fotos:
  • Jörg Hempel, Aachen
  • auszeichnungen:
  • Mies van der Rohe Award 2017, Nominierung | Preis des Deutschen Architektur Museum in Frankfurt, 2017, shortlist | Tunneling Award 2016, Finalist | World Architecture Festival 2016, Finalist | iconic awards 2016, Rat für Formgebung, winner |
  • Die Wehrhahnlinie ist eine Gemeinschaftsleistung von Architekten, Ingenieuren, Künstlern und der städtischen Verwaltung und ist das Ergebnis einer insgesamt fünfzehnjährigen Planungs- und Bauzeit in Düsseldorf. Die 3,4 km lange neue Tunnelstrecke mit 6 Untergrundstationen verläuft unterhalb der Düsseldorfer Innenstadt und zeigt in ihrem einzigartigen Konzept wie Architektur und Kunst untrennbar miteinander verknüpft werden kann.
    Alles begann 2001 mit einem europaweiten, zweistufigen Wettbewerb den netzwerkarchitekten mit der Künstlerin Heike Klussmann gewannen.
    Im Preisgerichtsprotokoll heißt es hierzu:
    „Seit der Erfindung der U-Bahn sind zu diesem Thema keine neuen ar-chitektonischen sowie künstlerischen Lösungen entwickelt worden, außer Ausstattungsversuchen, die jeweils dem Zeitgeist entsprachen. Die netzwerkarchitekten mit der Künstlerin Heike Klussmann und Uwe Belzner haben mit großer Sicherheit die Lösung für das Problem der Gestaltung von U-Bahnhöfen neu erfunden. […] Dieses Projekt ist eine durchgehende hervorragende Arbeit, die über die Fragen von Ausstattung und Design hinausgeht, sich dem Zeitgeist entzieht und somit über lange Zeit seine Gültigkeit hat.“ Das Preisgericht empfahl einstimmig „das Gestaltungsprinzip einer charakteristischen Identifikationsgebung und einer besonders geglückten Interpretation technischer Vorgaben, räumlich-architektonischen und künstlerischen Ausformulierungen für die Gesamtstrecke der Wehrhahn-Linie zu Grunde zu legen. […]“
    Ausgangs des Wettbewerbsverfahrens waren somit die Weichen gestellt die Wehrhahnlinie fortan nicht als Addition einzelner, gestalteter Stationen zu entwickeln, sondern stattdessen weitere Künstler bei der Gestaltung der Stationen im Rahmen der einheitlichen, linien-übergreifenden Konzeption des Siegerentwurfs einzubinden.
    Der anschließende Kunstwettbewerb brachte neben Heike Klussmann (Pempelforterstraße, Kontinuum) fünf weitere Künstler ins Team, die fortan in Zusammenarbeit mit den Architekten jeweils spezifische Gestaltungen der Schnitträume entwickeln sollten. Die Jury entschied sich für Enne Haehnle (Kirchplatz), Manuel Franke (Graf-Adolf-Platz), Thomas Stricker (Benrather Straße), Ralf Brög (Heinrich-Heine-Allee) und Ursula Damm (Schadowstraße).
    Der architektonischen Grundkonzeption entsprechend, sind die sechs Stationsräume der Wehrhahn-Linie als einheitliches Kontinuum gestaltet. Im Unterschied zu den stationsweise individuell geprägten Schnitträumen, die die unterirdischen Bahnhöfe mit dem oberirdischen Stadtraum verknüpfen, nimmt die Gestaltung der eigentlichen Stationsräume entlang der U-Bahn-Strecke Bezug auf den aus Betonfertigteilen (Tübbingen) gefügten Tunnelraum und interpretiert diese im Sinne großzügig konturierter, ruhiger und lichter Aufweitungen. Das einprägsame und somit wiedererkennbare Strukturbild des Wandreliefs aus Betonfertigteilen begleitet den Reisenden durch alle Stationen und trägt wesentlich die Wahrnehmung der konzeptionellen Idee des räumlichen Kontinuums.
    Die Schnitträume dagegen verbinden den jeweiligen Stationsraum mit dem Stadtraum an der Oberfläche. Es sind dies die Zugangsräume, die Treppen, Fahrtreppen, Aufzüge und Verteilerebenen aufnehmen. Schon im Wettbewerbsbeitrag wurde hier das Ziel verfolgt, Perspektiven zu öffnen, unmittelbare Bezüge zwischen Stationsraum und Stadtraum zu erzeugen, wo immer möglich Tageslicht bis in den Stationsraum zu bringen und mithin wesentliche Voraussetzungen für Übersicht, Orientierung und Sicherheitsempfinden zu schaffen. In Abhängigkeit von den baulichen Dispositionen des oberirdischen Stadtraums einerseits und des unterirdischen Stationsraums andererseits, sind diese verbindenden und erschließenden Schnitträume schon in geometrischer Sicht höchst unterschiedlich. Gerade auch deshalb wurden diese Schnitträume als Orte der stationsspezifischen künstlerischen Intervention bestimmt.
    Bereits die Idee einer Wandbekleidung aus Betonfertigteilen entspringt der thematischen Übersetzung der aus Stahlbetonfertigteilen (Tübbingen) bestehenden Tunnelröhre. Die Struktur der Bekleidung aus teilweise gestreckten und gestauchten Rauten erinnert an eine Schlangenhaut und greift somit den langen, gewundenen Tunnelraum assoziativ auf. Zugleich entspricht die mit der Zeichnung in eins gehende Elementierung der Bekleidung in handhabbare Bauteilformate dem Anspruch der Revisionierbarkeit der bekleideten Fläche, die eine Kernanforderung im U-Bahn-Bau darstellt. Die Fügung der einzelnen Elemente untereinander oder zu angrenzenden Flächen musste ebenso geklärt werden, wie die wirtschaftliche Herstellbarkeit der Vielzahl unterschiedlicher Formate. Kunst ist hier nicht auf dem Bauwerk applizierte Schicht, sondern ist selbst integrativer Teil des Bauwerkes. Entsprechend stetig und intensiv war die Kooperation zwischen Ingenieuren, Architekten und Künstlerin im Prozess der Planung und Realisierung der Konzeption.

    zur Station Kirchplatz
    zur Station Graf-Adolf-Platz
    zur Station Benrather Strasse
    zur Station Heinrich-Heine-Allee
    zur Station Schadowstrasse
    zur Station Pempelforter Strasse