Evangelische Kirche, Schriesheim

  • aufgabe:
  • Neuordnung des Kircheninnenraums und technische Erneuerung der evangelischen Kirche Schriesheim
  • auftraggeber:
  • Evangelische Kirchengemeinde Schriesheim und Stiftung Pflege Schönau
  • verfahrensart:
  • Wettbewerb 2011, geladen, 1. Preis
  • fertigstellung:
  • 2015
  • größe:
  • 1.300 qm
  • fachplaner:
  • Büro für Baukonstruktionen GmbH (Tragwerk) | LDE BELZNER HOLMES (Lichtplanung) | Atelier Hans Dieter Zopf (Restaurator) | Ingenieurbüro Breiden + Stittgen (TGA) | Ingenieurbüro Bawel & Angermayer (Elektro) | Rekowski und Partner (Akustik) |
  • mitarbeit:
  • Laura Babilon, Petra Lenschow, Isabel Muschket, Uwe Neumeyer, Niklas Storch, Janneke Vock, Matthias Walter
  • Das heutige Kirchengebäude der Evangelischen Kirche in Schriesheim wurde zwischen etwa 1748 und 1750 als Neubau über den Fundamenten einer auf das 15. Jahrhundert zurückgehenden kleineren Vorgängerkirche erbaut. 1899 allerdings wurde der Kirchenraum nach den Plänen von Heinrich Behagel grundlegend neu geordnet, d.h. die Emporen und der Altarraum wurden so gedreht, dass der Altarraum im Westen und der Eingang im Osten (Turm) angeordnet sind.
    Der Anbau des Gemeindehauses östlich des Turms im Jahre 1925 ist für das Kirchengebäude strukturell bedeutsam, da hierdurch der Haupteingang der Kirche überbaut wurde, und seither durch den Eingangsraum des Gemeindehauses erfolgt.
    Veranlasst durch die notwendige Sanierung der historischen Orgel wurde die ohnehin anstehende Innenrenovierung des Kirchenraums be-schlossen, diese mit Umbaumaßnahmen zu verbinden, um den Innenraum den aktuellen liturgischen Erfordernissen anzupassen.
    Hierbei galt es im Wesentlichen die Erschließung des Kirchenraums zu klären und ein gestalterisches Gesamtkonzept für Raumschale, Einbauten und Mobiliar zu finden. Zudem war es der Wunsch den Bezug zwischen Altarbereich und Kirchenraum zu intensivieren.
    Mithilfe von sensiblen Eingriffen sollen die im Vorfeld identifizierten Problemlagen in Nutzung und Gestalt des Gebäudeensembles geheilt werden.
    Hierbei gilt die konzeptionelle Maxime, Verbesserungen durch Reduktion und Vereinfachung zu erzielen. Wo möglich, wird auf das Addieren zusätzlicher Einrichtungen und Bauteile verzichtet.
    Die Farbigkeit der Raumschale wird beruhigt und stark aufgehellt: dem Leitbild „den Himmel in den Raum zu holen“ folgend steigert sich der Grad der Helligkeit vom Grau des Bodens über die Crème- und Weißtöne des Sockels, des Holzwerks und der Wände zu einem strahlenden Kalkweiß an der Decke.
    Die um eine Stützenachse kaum merklich gekürzten Emporen verbessern den Tageslichteinfall in den Kirchenraum und ermöglichen an deren Stirnseiten ergänzende Sitze mit gutem Sichtbezug anzuordnen.
    Die vormals ölbefeuerte Raumluftheizung wurde durch eine gasbefeuerte Hypokaustenheizung ersetzt. Das neue Heizungssystem machte den Aushub nicht nur des neuzeitlichen, sondern auch des historischen Kirchenbodens erforderlich. Nach dessen vollflächigen Freilegen wurden die Umrisse der vorangegangenen Kirchengebäude nachvollziehbar und dokumentiert.