Eisenbahnüberführung Weiherfeldstraße, Karlsruhe

  • aufgabe:
  • Neugestaltung der Eisenbahnüberführung Weiherfeldstraße in Karlsruhe
  • auftraggeber:
  • Stadt Karlsruhe, Tiefbauamt
  • verfahrensart:
  • konkurrierendes Entwurfsverfahren mit 5 Teilnehmern, 2013
  • größe:
  • Wandbild, l=50 m, h=3,0 m
  • künstlerin:
  • Heike Klussmann, Berlin
  • fachplaner:
  • Sascha Homburg (Lichtplanung)
  • visualisierungen:
  • netzwerkarchitekten
  • Die Eisenbahnüberführung Weiherfeldstraße in Karlsruhe bietet durch die räumliche Kombination von Straßenführung und Flusslauf, auf der Albseite die einmalige Möglichkeit, eine Wandinstallation zu gestalten, die für den Betrachter in einem definierten Abstand erlebbar ist. Gleichzeitig bleibt diese Wandfläche für den Passanten unerreichbar. In Analogie zur Schwarzwaldstraße haben wir für die Weiherfeldstraße mit der Künstlerin Heike Klussmann ein ähnliches Format für den Eingriff der Wandinstallation gewählt. Im übergeordneten Maßstab entsteht dadurch eine „gestalterische Klammer“ dieser beiden Stadteingänge.

    Vor die konstruktiven Widerlager ist die Wandgestaltung als vorgehängte, hinter lüftete und gefaltete Wandschicht montiert, die z.B. aus Faserbetonelementen mit integrierten retroreflektierenden Glaskugeln weitgehend vorgefertigt ist. Durch die Faltung verbinden sich im schräg nach vorne gerichteten Blick, einzelne vertikale Streifen zu einem zusammenhängenden Bild. Je weiter der Betrachter direkt zur Wandfläche blickt, wirken die benachbarten vertikalen Streifen im Zusammenhang und verändern das Bild. Die Bildgrafik selber erhält durch die Verwendung einer retroreflektierenden Oberfläche eine strahlende Wirkung. Einfallendes Licht (Sonnenstrahlung oder Kunstlicht) wird präzise in Richtung der Lichtquelle zurück geworfen.

    Die Oberfläche wird durch Licht in Abhängigkeit von der Position der Oberfläche, der Lichtquelle und des Rezipienten aktiviert. In einem bestimmten Moment kann die Reflexionswirkung wahrgenommen werden. Die Wandinstallation wechselt von einem passiven in einen aktiven Zustand.

    Durch die parallel verlaufende Alb wird die erleuchtete Wand zudem im Wasser gespiegelt. Die bewegte Wasseroberfläche reflektiert die Stimmung in den Raum.

    Das Licht an sich ist nicht sichtbar – es braucht ein Objekt mit dem es interagiert um sichtbar zu werden!

    Dieses physikalisch notwendige Wechselspiel zur Sichtbarmachung und Modulation des immateriellen Lichts mit den individuellen Reflexions- und Transmissionseigenschaften einer jeweils beleuchteten Fläche und die daraus resultierenden vielschichtigen Wahrnehmungsbilder sind das Hauptthema des Lichtkonzeptes. Die sich ändernden Standorte, Bewegungsrichtungen, Geschwindigkeiten und Augpunkthöhen der unterschiedlichen Tunnelnutzer und die parallel fließende Alb ergeben ein differenziertes und spannendes Lichtspiel aus gerichteten und gestreuten Reflexionen heller und dunkler Oberflächen, Retroreflexionen und Transmissionen in und an den Glaskugeln der Wandabwicklung und/oder der bewegenden Wasseroberfläche:

    Die Raumatmosphäre und das Raumerlebnis entsteht maßgeblich infolge der kausalen Verbindung von Verkehrsströmen, Architektur, Wandgrafik und Licht!

    Tagsüber anders als Nachts. Im Winter anders als im Sommer. Im Frühling anders als im Herbst.